Toxisch - Evolution einer Irreführung

„Toxisch“ – Evolution einer Irreführung

Toxisch - Evolution einer Irreführung

TOXISCH – Dieser Begriff scheint allgegenwärtig zu sein. „Toxische Männlichkeit“ oder „Toxische Beziehungen“ sind seit einigen Jahren für immer wieder auftretende Leitartikel, nicht nur in Frauenzeitschriften gut – ein naturwissenschaftlicher Begriff, der zum feuilletonistischen Alltags-Jargon avanciert ist und das „Soziale“ parameterisiert. Aber dahinter steckt nur eine linguistische Mogelpackung. Allerdings mit bahnbrechendem, materiellen Durchschlag und einer Intention, bei der Feminist*Innen an die Decke gehen müssten. Tun sie aber nicht.

Es wird eigentlich ständig versucht, Begriffe, Modewörter, aber auch scheinbar komplex klingende Betitelungen an den Mann und besonders an die Frau zu bringen:

Feuchtigkeitscreme mit Hyaloron und Parabenen. Dermatologisch getestet.

Hört sich gut an. Die Dame von Welt weiß, was ein Dermatologe ist und braucht etwas, um den stetig voranschreitenden Alterungsprozess aufzuhalten. Das ist die Grundvoraussetzung, damit dieser linguistische Kunstgriff gelingt. Da kommt Wasser in Geleeform (Hyaloron) und ein tatsächlich toxischer Konservierungsstoff (Paraben) mit hormonellen Nebeneffekten gerade richtig. Nur so lässt sich den Falten beikommen. Das ist die Suggestion.

Und das alles ist Bullshit. Das ist einfach nur Bullshit.

Dahinter steckt eine Marketingstrategie und die Idee, eines Universalbegriffs mit wissenschaftlichem Anspruch. So eine Strategie ist übrigens schon mindestens einmal sehr erfolgreich umgesetzt worden. Und zwar so nachhaltig, dass wir es heute noch jeden Tag wahrnehmen. Jeder von uns …

Anfang/Mitte der 80er Jahre etablierte sich eine Begrifflichkeit, die bis heute einen Milliardenmarkt nährt und die im Kern völlig haltlos ist. Wir erleben die Wirkung dieser Strategie, wenn wir in die Auslage eines Bäckers schauen. Denn damals wurde vom „Vollkorn-Produkt“ marketingtechnisch die Brücke zum „Vollwert-Produkt“ geschlagen. Lanciert wurde das Ganze mit der angeblichen Tatsache, dass Vollkornkost ballaststoffreich ist und folglich pauschal immer gesünder als das billigere, daneben liegende normale Brötchen, aus dessen Kruste keine Vollkornkörner sprießen und dem damit etwas „vollwertiges“ in seinem blassen Dasein zu fehlen schien. Nun, diese Annahme ist ein Geniestreich des Marketing, denn das Vollwertige ist eben nicht gesünder. Es gibt keinerlei pauschale Tatsachen, die diese Annahme belegen würden. Im Gegenteil – ballaststoffreiche Kost kann für einige Menschen sogar eher schädlich sein (Quelle).

Jedenfalls entstand der Eindruck, dass ein weißes Brötchen, ein weißes Brot oder weißer Reis nicht vollwertig ist. Damit also ungesünder und nur die zweite Wahl. Aber noch viel wichtiger war die Schlussfolgerung: die Vollwertigkeit des Vollkornproduktes rechtfertigt auch den höheren Preis, obwohl der Herstellungsaufwand derselbe ist. Ein Milliardenmarkt eben und die Etablierung eines Zusammenhangs in den Köpfen von Millionen Menschen, der wissenschaftlich eher fragwürdig ist. So schauen wir in die Auslage des Bäckers und sehen das Gesunde und das vermeintlich Ungesunde – wir schließen einen inneren Kompromiss und wählen dann das Laugenbrötchen. Die teuerste aller möglichen Varianten. Das ist ziemlich genial und wie es scheint vollkommen zeitlos.

Jetzt aber zum „Toxischen“. Auch hier zeichnet sich ab, was für eine geniale Strategie hier zum roten Faden von Frauenzeitschriften und Feuilleton mutiert ist. Wer gegen diesen Begriff argumentiert hat als Mann das „Toxische“ wohl noch nicht erkannt. Es muss zum guten qualifizierten Ton gehören, sich diesen Begriff zu eigen zu machen. „Toxisch“ ist ein bio-chemischer Begriff – eigentlich gar nicht so dumm, ihn auf menschliches Fehlverhalten anzuwenden. Aber auch hier ist wieder der pauschale Ansatz das, was den Begriff eigentlich zum Wanken bringen müsste. Ein Mann kann toxisch sein. Die Männlichkeit pauschal so zu sehen … nun das ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die nicht divers denken, sondern in schwarz und weiß. Und wehe, Mann stellt sich gegen diese Konsens – wir tanzen dann auf dem Rande des Fettnapfes der Cancel-Culture.

Und das ist alles Quatsch. Es ist alles viel einfacher.

Laurie Penny

Die Feministin Laury Penny legt in Ihrem grandiosen Buch „Fleischmarkt“ dar, dass der Kapitalismus ohne die Unterdrückung der Frau und im Besonderen ohne die Unterdrückung des weiblichen Körpers gar nicht funktionieren würde. Die Unterdrückung der Frau ist die Grundlage für den Kapitalismus. Das ist eine sehr einfache Schlussfolgerung. Kapitalismus ist das Gegenteil von Gleichheit. Würden wir die Hälfte der Menschheit, die eben nicht die gleichen Rechte und Möglichkeiten hat wie die andere Hälfte – die Ausnahmen, die es hier geben mag, bestätigen die Regel – tatsächlich die gleichen Möglichkeiten und Chancen geben, der Kapitalismus würde ohne die Inszenierung der Frau und ihres Körpers als Projektionsfläche für kapitalistische Produkte, zusammenbrechen.

Das einzig „Toxische“ ist also die Ungleichheit. Also die Relation der Individuen. Es ist nicht die Summe der Individuen, es ist nicht die abstrakte Masse einer normativen Relation wie „Männlichkeit“ oder „Freundschaften“. Das sind Worthülsen. Das wäre so, als würde ich sagen, Raucher sind toxisch. Das ist nicht korrekt. Zigaretten sind toxisch – genauer: die in ihnen enthaltenen Giftstoffe.

Vereinfachen wir das mal und verwenden statt „toxisch“ den Begriff „schädlich“, dann ist doch klar, dass der Mann, der eine Frau diskriminiert oder sogar schlägt, schädlich für diese Frau, ja für die gesamte Gesellschaft ist. Zu sagen, die „Männlichkeit“ des Mannes sei schädlich würde – wenn man diesen Gedanken fortführt – eben zu pauschalen, abstrakten Spaltungen führen.

Es mag ja durchaus sein, dass sich die Männer in Gänze mal an die eigene Nase fassen sollten (das ist noch niedlich formuliert). Alltags-Sexismus und berufliche Diskreditierung gibt es zweifellos. Mir geht es nur darum, die Begrifflichkeit zu entlarven, denn das „Toxische“ kaschiert immer die individuelle Verantwortlichkeit des Einzelnen. Wir stellen nicht den einzelnen, konkreten Mann an den Pranger und werfen ihm seine Verfehlungen vor – wir machen schlicht das „Toxische“ als abstrakte, pauschale Diskreditierung aus. Sein Vater hat ihm schließlich das „Toxische“ schon vorgelebt, dann die ganzen sozialen Umstände, die vielen anderen „toxischen“ Beziehungen. Es sei ja kein Wunder, dass so etwas aus dem Mann geworden ist.

Das Wort „toxisch“ ist eine ganz schlimme Irreführung, denn es untermauert mit naturwissenschaftlichem Impetus eine Abstraktion als Universalerklärung. Ein universeller Parameter für Sündenböckigkeit, die sich nicht konkretisieren muss. „Toxisch“ spaltet, denn das Gegenstück, das „Untoxische“ oder wie auch immer man es nennen würde, wäre die Gleichheit. Und die gibt es nicht. Abstrakte Begriffe, die das Gegenteil eines Ideals bedeuten, sind spaltende Begriffe und bewirken das Gegenteil von dem, was wir brauchen. Und das ist das konkrete Auseinandersetzen mit Männern (nicht pauschal mit Männlichkeit) und deren Verhalten irgendwo zwischen Diskriminierung und Menschenverachtung. Sie bemerken vielleicht, dass ich nicht „Frauenverachtung“ schreibe, denn das eigentlich Toxische ist ja genau diese Spaltung. Ein toxischer Mann ist ein Mann, der Menschen verachtet. Alle Menschen. Eine toxische Männlichkeit aber gibt es nur, wenn man diese Spaltung weiterhin aufrechterhalten will.

Das genau ist die eingangs beschriebene linguistische Mogelpackung. Es gibt es einen Sinn, warum das Wort „toxisch“ dieses Zugang gefunden hat. Das hat einen rein materiellen Hintergrund. Wer diese Schlussfolgerung anzweifelt, dem kann ich nur raten bei YouTube die Suchbegriffe „Detox“ und „Haul“ einzugeben. Sie werden tausende Videos finden, die meine These bestätigen – stellen sie sich einfach die Frage, ob an der Notwendigkeit dieser kapitalistischen Detox-Maschinerie wirklich die „toxische“ Männlichkeit schuld sein kann?

Schauen Sie selbst und sie finden massenhaft Belege dafür, warum das Wort „toxisch“ für gesellschaftliche Diskussionen etabliert wurde. Es geht nur um einen weiteren, neuen Milliardenmarkt, den junge Frauen täglich füttern – solange das nicht klar ist, wird es keine Gleichheit geben:

Liste von Videos auf YouTube

 

Aurora & Fante

Den Jahresurlaub und den freien Kopf, der sich nach einigen Tagen auf meiner Insel einstellt, nutze ich, um Horizonte zu erweitern. Ausgaben diverser Zeitschriften, für die sich im Alltag kaum Raum und Zeit ergeben, aber vor allem auch neue Musik und Literatur. Hier zwei Ausblicke auf diese neuen Horizonte.

Aurora

Anfang der 90er Jahre hätte ich mir das liebliche Antlitz von BJÖRK auf ihrem Cover „Debut“ vermutlich auf eine Arschbacke tätowieren lassen. Björk ist ein zuckersüße nordische Elfe, die Musik machen konnte, die noch heute richtig futuristisch klingt. Für mich ist BJÖRK die Singer/Songwriterin par excellence. Bis heute unvergleichlich. Beinahe.

Denn es schickt sich eine junge Dame an, das Erbe von Björk anzutreten. BJÖRK gefällt mir zwar immer noch sehr gut, aber sie ist schon sehr speziell geworden. Wenn man die Cover ihrer Werke aneinandereiht, auf denen immer nur ihr Gesicht zu sehen ist, sieht man eine Transformation – neben der natürlichen Alterung. Diese Transformation muss man mitgehen und verstehen. Da sich BJÖRK aber eher dem Experiment als der eingängigen Elektronik, wie im meiner Meinung nach besten Song aller Zeiten („Army Of Me“) verschrieben hat, ist das etwas anstrengend.

Ihre potenzielle Nachfolgerin als nordische Nymphe ist erst 25 Jahre alt und heißt wie das Nordlicht. „Aurora“ ist richtig talentiert und läuft hier auf meiner Insel über Spotify und meinem kleinen Bluetooth Lautsprecher. Ihre Musik ist noch etwas poppiger als Björk. So ein bisschen eine Mischung aus besagter BJÖRK, Agnes Obel und Aimee Mann.

Anfang kommenden Jahres erscheint ihr bereits drittes Album „The Gods We Can Touch“ – und es soll ein bisschen düsterer und schwermütiger sein, als alles, was bisher erschienen ist. Auf die Kombination zartes nordisches Wesen und Schwermut kann man sich freuen. Die Vorabsingle „Giving In To The Love“ gefällt mir schon mal richtig gut.

Der ORF hat die junge Dame interviewt und zeigt ein paar schöne Einblicke.


John Fante – 1933 war ein schlimmes Jahr

„Fante ist Gott“ – hat Charles Bukowski einmal über den Schriftsteller John Fante (1909 – 1983) gesagt. Bukowski hatte sich persönlich um Fante in seinen letzten Lebensjahren gekümmert. Es ist sicher nicht übertrieben, Fante als den Mentor von Bukowski zu bezeichnen. Allerdings sind die Autoren gänzlich unterschiedlich – so weit ich das nach der Lektüre eines einzelnen Buches von Fante im Vergleich zu meiner Lektüre von Bukowski beurteilen darf und kann.

Mit 1933 assoziert man sicher die Machtergreifung Hitlers oder ein weltbewegendes Ereignis. Aber diese Geschichte hat damit nichts zu tun. In einer kleinen Stadt in der Nähe der Rocky Mountains hat der 17-jährige Dominic Molise nur einen Traum: er möchte Profi-Baseballspieler werden und der Welt nicht länger seinen begnadeten Wurfarm vorenthalten. Den Plan seines Vaters, ein im Winter arbeitsloser Maurer, der ihn, seine Mutter, seine Großmutter und den jüngeren Bruder mit Billardspielen ernährt, lehnt er strikt ab – der sieht sich mit seinem Sohn schon in einem handwerklichen Familienbetrieb. Aber Dominic ist sicher, dass er dazu bestimmt ist, ein großer Stern am Baseball-Himmel zu sein. Bestärkt wird er nur von seinem besten Freund, dem Sohn aus superreichem Haus, in dessen unerreichbarer Schwester er sich auch noch verliebt hat.

Das Besondere an der Geschichte ist ihre Geradlinigkeit, ihre Oberflächlichkeit und das große Talent von Fante, alles Wesentliche im Grunde komplett auszusparen. Er vertraut auf seine Erzählung und den Intellekt seiner Leser. Das macht die Klischees der Geschichte zu Aufhängern, über die man als Leser nachdenken muss, wofür es genug Raum gibt, denn Fante labert nicht. Es ist eine stringente, unterhaltsame Geschichte. Entlarvt man aber für sich selbst all die offensichtlich vom Autor angelegten Stereotypen (die religiös-fanatische Mutter, die fatalistische Großmutter usw.), dann wird die Geschichte zu einer einzigen großen Parabel, die existienzielle Fragen leichtfüssig als Beiläufigkeit transportiert. Ich glaube, diese Fähigkeit wünscht sich jeder Autor – Fante hatte sie.

Kafka Zeichnungen

Die Zeichnungen von Franz Kafka

Kafka Zeichnungen
(c) C.H. Beck Verlag

Ein großer Aufkleber ist auf dem Buch angebracht: Weltsensation. Für Freunde des Schriftstellers Franz Kafka ist diese Bezeichnung keinesfalls übertrieben. Dieses wunderbar aufbereitete Buch umfasst mehr als 100 bisher unbekannte Zeichnungen von Kafka und ist damit die dokumentarische Aufbereitung des Nachlasses, der aus einem Bankschliessfach stammte und der israelischen Nationalbibliothek zuerkannt wurde (ich hatte darüber in diesem und in diesem Artikel berichtet).

Bisher waren die Zeichnungen nur rudimentär bekannt. Erst die Erschliessung des wahrscheinlich letzten Teils des Nachlasses von Kafka, hat diese Komplettfassung erst möglich gemacht.

Mehr als nur Kritzeleien

Kafka selbst nannte seine zeichnerischen Versuche „Kritzeleien“ und wollte sie – gemeinsam mit seinen Manuskripten – vernichtet wissen. Wir wissen aber, dass sein Freund Max Brod diesem Wunsch nicht nachgekommen ist. Und mit der Öffnung des Schliessfaches sind jetzt auch große Teile dieses zeichnerischen Werkes zugänglich.

War Kafka nun ein ebenso begnadeter Zeichner wie Autor? Nein, ganz sicher nicht. Die eigene Einschätzung, die Zeichnungen als Versuche und Kritzeleien zu sehen, ist richtig und stimmig. Wäre Kafka nicht so ein bedeutender Autor und würde sich daraus nicht ein interessanter Kontext ergeben, dann wären die Kritzeleien tatsächlich nicht mehr, als eben solche – aber so ergeben sich schöne, neue Einblicke in das Kafkaeske.

Da wir ja alle darauf hoffen, dass man irgendwo doch noch etwas Unentdecktes zu Kafka findet, ist alles Neue mehr als nur ein Vorbote auf eine vielleicht unerfüllte Hoffnung auf unentdeckte Manuskripte.

Kafka Zeichnungen
Klicken Sie auf das Bild, um mehr Infos zu erhalten – Screenshot der Verlagsseite C.H. Beck

Das Buch zeigt aber nicht nur die „neuen“ Zeichnungen – es vereint alle bekannten Zeichnungen. Also auch die, die Max Brod bereits zu seinen Lebzeiten noch ausgewählt hatte und die zum Beispiel die Cover der Fischer Taschenbuch-Reihe in den 90er Jahren zierten. Wr erfahren, dass Brod diese Zeichnungen zum Teil aus größeren Blättern „ausgeschnitten“ hatte – mit dem neuen Fund werden diese Ausschnitte nun in einen größeren Kontext gestellt.

Manchmal zeigt sich das Talent

Ab und an schimmert dann aber doch das zeichnerische Talent durch. Denn Kern der neuen Zeichnungen ist ein Zeichnungsheft, in dem Kafka auch seine vielleicht etwas ernsthafteren Versuche dokumentiert hat. Da werden einige Selbstporträts oder ein Porträt des Gesichtes der Mutter doch recht filigran.

Der Aufmach des Buches und seine Struktur sind exzellent. Die Zeichnungen stehen zunächst für sich und sind nummeriert. So stehen die Zeichnungen zunächst einfach nur für sich. Einige Zeichnungen sind Teil von längeren Essays, die Aufschluss über die Herkunft und den Hintergrund geben. Aufgeteilt ist das Buch in Kapitel, die unter anderem das „neue“ Zeichnungsheft, einzelne Blätter oder begleitende Zeichnungen, wie etwa im Tagebuch oder auf Postkarten, gruppieren. Die Zeichnungen werden in einem beschreibenden Werkverzeichnis im Anhang erläutert – da erfahren wir dann auch mehr über das Material und die Hintergründe. Kafka hat manchmal nur einzelnen Seiten oder auch auf Packpapier etwas skizziert.

Die begleitenden Texte ordnen die Zeichnungen recht gut ein. Wir erfahren, dass sich Kafka schon sehr früh für die Kunst interessiert hat und immer wieder Vorlesungen und Vorträge zur Kunst besucht hat. Inspiriert wurde er dabei von seinem engsten Freundeskreis.

Franz Kafka war sicher kein begnadeter Zeichner. Das unterscheidet ihn z.B. von einem Günter Grass, der sein Spätwerk immer mehr auch selbst illustriert hat. Dennoch zeigt sich auch in diesen Zeichnungen ein ganz eigener Stil, etwas Unverkennbares, etwas, dass auch die innerliche Klarheit einer doch sehr neurotischen Person wie Kafka widerspiegelt. Das ist eigentlich ein Widerspruch. Und es ist der Widerspruch, der Germanisten seit Jahrzehnten fasziniert. Jetzt haben wir auch eine illustrierende Komponente, in der sich jeder Freund dieser Literatur finden kann. Für Kafka-Fans ist dieser fantastische Bildband ein absolutes „Must-Have“ 🙂

Kommt denn da noch mehr? Gibt es noch weitere unentdeckte Schätze zu diesem Schriftsteller? Es ist sehr unwahrscheinlich, aber es besteht nach wie vor die Möglichkeit, dass in dem von der Gestapo geraubten Besitz der letzten Lebensgefährtin Dora Diamant noch Mansukripte vorhanden sind. Wenn, dann nur in den riesigen Mengen an noch unerschlossenen Maeterialien im Bundesarchiv. Wenn es da noch etwas gibt, dann wird nur der Zufall dabei helfen, was zu finden.