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Besuch im Bonner Kunstmuseum
Zum Ausklang des langen Osterwochenendes war heute am Ostermontag ein Besuch im Bonner Kunstmuseum angesagt. Nachdem ich vor einigen Wochen schon im Museum Ludwig in Köln gewesen war, war das Bonner Kunstmuseum nun eine weitere Station - demnächst folgen weitere Besuche in weiteren Kunstmuseen.
Man muss schon erwähnen, dass die Museumsmeile in Bonn einfach ein perfekter Ort ist, um die Seele baumeln und sich mit interessanten Dingen vom Alltag ablenken zu lassen. Während Richtung Rheinpromenade die wichtigen Bauten des politischen Zentrums der alten westdeutschen Bundesrepublik zu sehen sind (Kanzleramt, Palais Schaumburg, das alte Wasserwerk, der "Lange Eugen"), gibt es auf der anderen Seite das "Haus der Geschichte", das Bundeskunsthaus und eben das große Bonner Kunstmuseum.
Ich habe mich für diesen Besuch ein wenig vorbereitet. Von dem Maler August Macke, der mir vor meinem Besuch nur sporadisch untergekommen ist, gibt es hier eine umfangreiche Sammlung seiner bekanntesten Bilder. Das eine Bild im Museum Ludwig in Köln ("Dame in grüner Jacke") welches mir als das Highlight meines Besuches in Köln besonders gefallen hat, hat mich sehr neugierig gemacht. Eigentlich nicht nachvollziehbar, warum mir August Macke mit Lebensmittelpunkt in Bonn, noch nie vorher aufgefallen war.
Diese Sammlung der Bilder von Macke gehört zu einem eigenen Trakt in dem Museum im Erdgeschoss, in dem es vornehmlich um die "Rheinischen Expressionisten" geht. Aus irgendeinem Grund bin ich aber zuerst in den oberen Stock des Museums gegangen - Highlight dort ist eines der bekanntesten Bilder von Gerhard Richter. Es heisst "256 Farben" von 1974 und ist eines der vier bekannten Farbtafel-Bilder von Gerhard Richter. Man kann sagen, dass diese Studien sicher auch Grundlage für weitere Arbeiten u.a. für das Richter-Fenster im Kölner Dom waren.

Gerhard Richter "256 Farben" (1974)
Ich muss sagen, dass in dem oberen Stockwerk sehr viel moderne Kunst zu sehen war, mit der ich nur bedingt etwas anfangen konnte. Derzeit ist dort eine gewaltige Ausstellung in mehreren Räumen von der Künstlerin Kerstin Brätsch zu sehen. Ein gigantischer, farbenfroher Output, den die Künstlerin da abgeliefert hat. Man ist geradezu erschlagen von der Masse an Ideen, die sie hier umgesetzt hat. Das hat mir sehr gefallen, wobei ich der Meinung bin, dass das Auge des Betrachters hier überfordert wird. Weniger wäre hier vielleicht mehr gewesen, weil viele einzelne Bilder in der Masse etwas untergehen. Eigentlich müsste man dieses Museum nur für diese Künstlerin besuchen und sich ausschliesslich mit ihren Bildern beschäftigen. Wer das noch tun möchte, muss sich beeilen - Ihre Ausstellung läuft nur noch bis zum 17.04.2026.
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Dann aber zu meinem persönlichen Highlight: der Trakt der "Rheinischen Expressionisten". Dieser besteht aus drei großen Räumen mit mehreren Dutzend Bildern von August Macke, aber auch Künstler wie Hans Thuar, Franz Wilhelm Seiwert oder Paul Adolf Seehaus sind dort mit Bildern vertreten. Von letzterem sind zwei Bilder ausgestellt, bei denen sich herausgestellt hat, dass sie als Nazi-Raubkunst klassifiziert werden mussten. Allerdings sind die Bilder weiterhin als Dauerleihgabe in Bonn zu sehen. Seehaus war übrigens der einzige Schüler von August Macke.
Ich bin die Wände der Räume mehrfach abgegangen - ich verstehe nichts von Malerei, aber ich habe bisher nichts an Gemälden gesehen, was mich derart überzeugt hat. Allein dieser Bereich des Museums ist den Eintritt wert:

Rheinische Expressionisten
![]() Rheinische Expressionisten |
![]() Rheinische Expressionisten |
![]() Rheinische Expressionisten |
![]() Rheinische Expressionisten |
Ebenfalls beeindruckend, weil so simpel abstrakt, dennoch vielsagend und mit viel Tiefe, in der man sich verlieren kann, war für mich Franz Wilhelm Seiwert. Er gehörte zu den "Kölner Progressiven" und seine Kunst galt unter den Nazis als "entartet".
Das Foto links mit zwei seiner Gemälden stammt von meinem Besuch um Museum Ludwig in Köln. Das Foto rechts von meinem Besuch heute im Bonner Kunstmuseum. Es ist überhaupt so, dass viele Künstler in beiden Museen zu sehen sind, insbesondere dann, wenn es sich um Künstler handelt, die hier in der Gegend ihre Wurzeln haben, wie eben Seiwert, Macke oder auch Richter.
![]() Seiwert im Museum Ludwig in Köln |
![]() Seiwert im Bonner Kunstmuseum |
Fazit: Ich bin mal wieder sehr begeistert. Als nächstes steht ein Besuch im Wallraff-Richartz Museum an und ich werde natürlich das August-Macke-Haus in Bonn besuchen. Selbstverständlich berichte ich dann hier :-)
Weitere Infos: https://www.kunstmuseum-bonn.de/de/







