eGPU an Geekom Mini PC
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AOOSTAR AG02 eGPU Dock mit einer GTX 1080
Seit knapp zwei Jahren nutze ich als Hauptrechner einen Geekom A8 Mini PC. Der ist kaum größer als eine Zigarettenschachtel und dennoch ein echtes Leistungswunder. Der mobile Grafikchip 780m und der Ryzen 9 Prozessor erlauben sogar ein recht flüssiges Gaming - allerdings muss man bei neueren Spielen die Auflösung und/oder die Details reduzieren.
Da habe ich mich gefragt, ob ich nicht die Grafikkarte meines alten PCs irgendwie nutzen könnte. Ich hatte schon von externen Grafikkarten Adapter gehört, sogenannte eGPU, aber mich bisher nie damit beschäftigt. Das habe ich in den letzten Wochen getan und mich schlau gemacht.
Es gibt eine Reihe von Angeboten die sich in der Ausstattung unterscheiden. Es gibt Adpater mit eigenem Netzteil oder ohne. Oder Adapter in einem Gehäuse oder offenstehend. Sehr beliebt ist dabei die Razor X, ein Gehäuse für eine externe Grafikkarte und in der Chroma Variante sogar mit zusätzlichen USB Anschlüssen. Allerdings ist die All-In-One Lösung teuer. Deutlich über 300,- EUR und dann auch noch ohne Netzteil. Das Netzteil könnte man aus seinem alten PC ausbauen und anschliessen, aber dann ist man schnell bei einer unnötigen Bastelei und kann sich dann eigentlich auch ein offenes System anschauen. Alle hier beschriebenen Lösungen werden natürlich ohne Grafikkarte geliefert - da sei nur erwähnt, um Missverständnisse vorzubeugen.
Ich habe mich dann für die AOOSTAR AG02 eGPU Dock entschieden. Ein offenes System, d.h. die Grafikkarte steht offen auf dem Schreibtisch in dem Adapter. Der Vorteil bei diesem System ist das integrierte Netzteil.
An den PC wird dieser Adapter entweder per USB4 oder Oculink, sofern der PC so einen Anschluss hat, angeschlossen. Die Kabel liegen dem Set bei. Dann wird die Grafikkarte aufgesteckt und die PCIe Stromadapter angeschlossen. Dafür gibt es drei 4x2polige Anschlüsse, d.h. auch die stromfressenden Karten können zuverlässig mit Power gefüttert werden. Der Monitor wird dann an die Karte per HDMI oder Displayport angeschlossen.
Wenn man dann den PC einschaltet und in den Gerätemanager schaut, sieht man einen neuen Grafikkarten Adapter. Für den installiert man dann den passenden Treiber, genauso als wäre die Karte in einem PCIe Slot verbaut - und das war´s.
Ich kann jetzt wieder alle Spiele auf höchster Auflösung und höchster Detailsstufe spielen, ganz ohne Einschränkungen. Also zu dem mobilen Chip des Geekom eine deutliche Verbesserung. Ich nutze eine ziemlich alte GTX 1080 - aber auch die reicht völlig aus. Zusammen mit dem Ryzen 9 Prozessor und einer Grafikkartenlösung ohne zwischen CPU und GPU geteiltem Arbeitsspeicher, ist das eine sehr gute Lösung.

Der Geekom Mini PC (rechts) zusammen mit einem Dock (links) für weitere Anschlüsse
Interessant wird so eine Lösung dann auch mit Notebooks, die an in Gaming Maschinen umwandeln kann, sofern der Prozessor das mitmacht und die entsprechenden Anschlüsse vorhanden sind.
Aber es gibt einiges zu beachten. Und einige Dinge waren bei dem Setup etwas seltsam:
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Möchte man so eine Lösung an einem Notebook nutzen, dann muss man wissen, dass dies mit Snapdragon Prozessoren derzeit NICHT funktioniert. Die Treiber von AMD oder NVIDIA gibt es für diese Prozessoren derzeit nur experimentell. Sie eignen sich derzeit (Stand 09/2026) nicht für den täglichen Einsatz.
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Das AOOSTAR AG02 eGPU Dock hat keinen Ein-/ und Ausschalter - und das ist echt ein Witz. Der Knopf an der Vorderseite sieht aus, als wäre das ein Power-Button. Das ist aber nicht so - die Bedeutung von diesem Button ist mir ein Rätsel :-) Das bedeutet, der Adapter ist ständig im StandBy und frisst Strom. Das ist irreführend und nervig. Das Problem kann man mit einer separaten ausschaltbaren Steckdose leicht lösen. Ich habe das mit einer Smart-Steckdose gemacht, die ich per Alexa dann separat abschalte.
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Der Power Supply der Karte hat drei 4x2 polige Stecker. Meine Grafikkarte hat einen 4x2 poligen Stecker und zusätzlich einen 3x2 poligen Stecker (warum auch immer). Die drei mitgelieferten Kabel sind 4x2 polig und können - entgegen mancher Beschreibungen im Internet - nicht einfach adaptiert werden. Ich musste hier die Kabel aus meinem alten PC ausbauen und verwenden. Wer das nicht zur Hand hat, braucht hier ggf. einen Adapter, zusätzliche Kabel oder Geschick beim Basteln einer Lösung mit den vorhandenen Kabeln.
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Der Oculink Anschluss (den ich nicht nutze) hat seine Tücken. Der Adapter kann - wenn der PC nicht runtergefahren wurde und das Kabel bei laufendem Betrieb entfernt wird - dauerhaft beschädigt werden. Es gibt mehrere Warnhinweise dazu. Ein daraus resultierender Defekt ist von der Garantie nicht abgedeckt.
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Wenn Computerspiele im Vollbild Modus laufen und man von diesem Spiel z.B. mit ALT+TAB in ein anderes Programm wechselt, dann kann es sein, dass das Spiel anschliessend sehr ruckelig läuft. Das liegt wohl daran, dass bei diesen eGPUs Windows nicht mehr exakt die Ressourcen der Grafikkarte den Anwendungen zuteilt. Das Problem lässt sich lösen, in dem man in den Spielen unter den Grafikoptionen, diese nicht im Vollbildmodus, sondern als randloses Fenster laufen lässt. Ich hatte dieses Problem konkrekt mit "No Man´s Sky" und als ich in dem Spiel das randlose Fenster eingestellt hatte, lief alles flüssig auch nach einem Wechsel in eine andere Anwendung.
Abschliessend noch ein paar Hinweise zur Performance: USB4 hat im Vergleich zu Thunderbolt ca. 10-20% weniger Leistung. Bei Oculink ist dieser Verlust deutlich geringer. Ich habe jetzt keine detaillierten Benchmark-Tests gemacht oder die FPS im Detail verglichen. Nur als Orientierung: Das Spiel "No Man´s Sky", auf dem Geekom ohne externe Grafikkarte nur mit der internen 780m und mit niedrigen Detailstufen in allen Rubriken, schafft bei in 2560x1440 ca. 46 Frames per Second. Das wurde in der AMD Adrenalin Edition so angezeigt - das ist spielbar und OK. Mit der externen Karte, gleiche Auflösung und aber mit allen Details auf Maximum komme ich auf über 90 Frames per Second. Das ist ein deutlicher Unterschied.
Und noch zum Thema Lautstärke - das hängt sicher auch von der Grafikkarte ab, aber die Lautstärke auf dem Schreibtisch ist nicht der Rede wert.
Fazit: Eine interessante Lösung, vor allem, wenn man altes Equiment weiter nutzen möchte oder auch ein günstiges Notebook zum gelegentlichen Zocken verwenden möchte.